Nach diesem Artikel hast du verstanden, was ein ETF ist. Also lass uns anfangen. Falls du es noch nicht getan hat empfehle ich dir, zuerst meinen Artikel „Einführung in das Thema ETF“ zu lesen.
Inhalt
Von „Nice to know“ hin zu echtem Mehrwert
Ein bekannter Spruch an der Börse lautet: „Investiere nur in das, was du verstehst“. Dieser Satz ist vollkommen richtig. Er bedeutet aber nicht, dass du alles bis ins kleinste Detail auseinandernehmen musst. Hinterfrage dich mal selbst, wie du dein neues Auto oder dein neues Fahrrad gekauft hast. Weißt du wirklich bis ins kleinste Detail wie ein Motor funktioniert? Weißt du wirklich aus welchen einzelnen Materialien ein Fahrradreifen besteht? Beide Dinge sind vielleicht „nice to know“. Du benötigst aber beide Dinge nicht um dein Ziel zu erreichen.
Und genau deswegen erkläre ich dir zum Thema ETF jetzt die Dinge, die du wissen musst, um dein Ziel zu erreichen. Dein Ziel: Dein Geld in etwas zu investieren, mit dem du dich wohlfühlst und was dir auf lange Sicht wieder Geld einbringt. Das ist im Grunde genommen alles, was du als kreative Person möchtest. Denn zu viel Wissen kann auch lähmen. Umso mehr du weißt, umso mehr Angst hast du wahrscheinlich auch, eine falsche Entscheidung zu treffen. Du wirst vielleicht denken, „hätte ich das noch gewusst und das noch beachtet, dann hätte ich eine andere Entscheidung getroffen, die bestimmt besser gewesen wäre“.
Triff eine gute Entscheidung, nicht die perfekte
Daher möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen: Wenn du das, was ich dir in diesen Artikeln hier mitteile, umsetzt, dann wirst du dein Ziel erreichen. Dein Ziel: In Sachen Finanzen Ruhe zu haben und dich weiter um deine kreative Ader zu kümmern. Es bedeutet nicht, dass du eine optimale Entscheidung treffen wirst. Ich biete dir hier eine Lösung an, die für dich, als kreative Person, schlicht und ergreifend bestmöglich ist. Das ist das, was du guten Gewissens und basierend auf deinem beschränkten Zeiteinsatz machen kannst. Lass mich dir daher direkt sagen: Optimale Entscheidungen gibt es im Finanzbereich sowieso nicht. Entscheidungen bzgl. Finanzen betreffen immer die Zukunft. Die Zukunft ist immer ungewiss. Entscheidungen müssen wir aber heute treffen. Du musst heute entscheiden, wie du dein Geld investieren möchtest. Aus diesem Grund kannst du lediglich eine bestmögliche Entscheidung treffen. Niemals eine optimale. Es ist wichtig, dass du das verstehst.
Bankkonto = schlechte Investition
Aus dem, was ich bisher geschrieben habe, lässt sich also schon einmal schlussfolgern, dass ein ETF etwas ist, in das du dein Geld investieren kannst. Das ist schon einmal gut. Denn mit hoher Wahrscheinlichkeit ist dein Geld momentan lediglich auf deinem Bankkonto investiert. Du wirst dich jetzt wahrscheinlich fragen: Das Geld ist investiert? Das liegt doch da nur rum. Das vermehrt sich doch gar nicht. Mein Bankkonto ist doch keine Investition.
Ja und Nein. Ein Bankkonto ist eine Investition. Allerdings keine besonders gute. Ich habe zum Thema Investition bereits geschrieben, dass wir bei Investitionen davon ausgehen, dass sich unser Geld in der Zukunft vermehrt. Wenn du dir mal das Kleingedruckte von deiner Bank durchliest, dann wirst du lesen, dass dir deine Bank für das Geld, was auf deinem Konto liegt, Zinsen zahlt. Rein rechnerisch sollte sich dein Geld auf deinem Konto also vermehren, ohne dass du etwas dafür tun musst. Das Problem: In der Vergangenheit lag der Zinssatz, den du von deiner Bank erhältst, bei 0%. Ja, die Bank zahlt dir einen Zins. Aber lediglich 0%. Das bedeutet also in dem Fall in Wahrheit: Du erhältst keine Zinsen. Verrückt, oder?
Nicht unbedingt. Also irgendwie natürlich schon. Aber vorneweg: Das ist alles legal und formal richtig. Die Bank darf dir einen Zins von 0% anbieten. Das ist grundsätzlich vollkommen in Ordnung. Die Schlussfolgerung sollte für dich dann lediglich sein, dass du so wenig Geld auf deinem Bankkonto liegen haben solltest wie notwendig. Damit mein ich nicht, dass du pleitegehen sollst. Sondern die Lösung muss sein, dein Geld von deinem Bankkonto in ein anderes Finanzprodukt zu legen, wo du mehr Zinsen als 0% bekommst. Klar, du brauchst ein Bankkonto. Du musst Überweisungen tätigen und dein Gehalt muss irgendwo hin gezahlt werden. Es gibt aber im Regelfall keinen vernünftigen Grund, dass dein gesamtes Vermögen auf deinem Bankkonto liegt. Der Hauptgrund ist nun einmal der, dass sich dein Geld dort nicht vermehrt. Für deine finanzielle Zukunft ist das Gift. Du kannst es dir aus finanzieller Sicht ehrlich gesagt gar nicht erlauben, dein Geld so miserabel anzulegen wie auf deinem Bankkonto. Anders gesagt: Dein Geld stirbt einen schleichenden Tod. Denn es ist schlecht investiert.
ETF = sehr gute Investition
Für dich ist es also nun wichtig, genau zu überlegen, wie viel Geld du eigentlich im Monat benötigst. Wie viel Geld benötigst du, um deine laufenden Ausgaben zu decken? Wenn du diese Summe für dich definiert hast, dann setze die folgende Empfehlung um: Alles Geld, was über dieser Summe liegt, solltest du auf Deutsch gesagt knallhart in einen ETF investieren. Bezogen auf deine finanzielle Zukunft ist das sogar nicht nur eine Empfehlung, sondern ich möchte dies fast schon als Pflicht aussprechen. Du hast unterm Strich schlichtweg keine andere Möglichkeit. Natürlich, du hast ca. 1000 andere Möglichkeiten. Aber wie gesagt: Ich spreche hier von der Möglichkeit, wie du in Sachen Finanzen Ruhe erhältst und wie du in Zukunft dein Geld vermehrst.
Und dies erlangst du ausschließlich mit einem ETF. Knallhart gesagt benötigst du weder Gold, noch Anleihen und du musst auch kein Geld in Kryptowährungen stecken. All das sind Spielereien, die du dir erlauben kannst, wenn du dich wirklich tiefergehend mit dem ganzen Thema Finanzen beschäftigen willst. Ich unterstelle hierbei wieder, dass du als kreative Person primär deinen Fokus darauflegen möchtest, dich deiner Kunst zu widmen und hier deine Energie einzubringen. Und dies bedeutet im Umkehrschluss nun einmal schlicht und ergreifend, dass du dich in Sachen Finanzen mit der für dich bestmöglichen Lösung zufriedengeben solltest. Und die lautet: Investiere dein Geld in einen ETF.
Ist das soweit verständlich? Vermutlich erst teilweise. Denn bis jetzt habe ich dir erst einmal erläutert, dass ein ETF für dich das richtige Investment ist. Dies soll dich dazu einladen, dass du den nachfolgenden Abschnitt mit höherem Interesse verfolgst und die Informationen besser aufnehmen und verarbeiten kannst. Denn warum zum Beispiel sollte ich mehrere Seiten über Kryptowährungen schreiben, wenn du in diese überhaupt gar nicht investieren musst?
Bezogen auf deine Person bzw. deine Situation musst du allerdings in einen ETF investieren. Daher lass uns nun ans Eingemachte gehen. Freue dich im folgenden Kapitel darauf zu erfahren und zu verstehen, in was du dein Geld zukünftig investieren wirst.
Wie viel kostet der ETF?
Der ETF in den du investierst, wird einen Preis haben. Zum Beispiel 86,57€. Für diesen Preis erhältst du dann einen Anteil vom ETF. Nicht zwei Anteile und auch nicht fünf. Sondern einen einzigen. Stell dir das so vor, dass im Fahrradgeschäft ein Fahrrad für 450€ im Angebot ist. Wenn du dem Verkäufer diese 450€ gibst, dann erhältst du ein Fahrrad. Nicht zwei und auch nicht fünf. Sondern genau ein einziges. Klingt doch irgendwie fair, oder?
Wovon wir nun ausgehen ist, dass in der Zukunft der Preis für den ETF (also in diesem Fall die 86,57€) höher liegt als momentan. Die Gründe, die dafürsprechen, habe ich im Kapitel soundso erläutert. Nehmen wir also an, dass der Preis in der Zukunft bei 150€ liegt. Wenn wir starke Gründe dafür haben, dass der Preis in der Zukunft bei 150€ liegt und wir wissen, dass der Preis heute bei 86,57€ liegt, dann würde es doch sehr viel Sinn machen, sich jetzt den günstigen Preis zu sichern und später bei 150€ wieder zu verkaufen?
Richtig. Diese Schlussfolgerung ist korrekt. Genau das beabsichtigen wir, wenn wir in einen ETF investieren. Günstig einkaufen, teurer verkaufen. Das ist das Grundprinzip jeder Investition. Völlig legal.
Und das ist genau anders als bei deinem Fahrrad: Das Fahrrad, dass du heute für 450€ kaufst, wirst du im Regelfall in der Zukunft nicht zu einem höheren Preis verkaufen können. Ich spreche hier bewusst von Regelfall, denn Ausnahmen gibt es immer. Vielleicht findest du jemanden, der genau nach diesem Fahrrad gesucht hat und es für ihn oder sie ein Lieblingsobjekt ist. Dann kannst du wahrscheinlich einen höheren Verkaufspreis erzielen.
Konsum vs. Investition
Im Regelfall aber wird dein Fahrrad aufgrund von Verschleiß und aufgrund der Tatsache, dass sich die Technik immer weiterentwickelt, in Zukunft weniger Wert sein. Der Kauf eines Fahrrades ist daher keine Investition. Es ist Konsum. Konsum bedeutet hart gesagt, dass dein Geld weg ist. Anders gesagt: Die 450€ für das Fahrrad siehst du nie wieder. Vielleicht verkaufst du es in ein paar Jahren für 250€ an eine andere Person. Dann siehst du immerhin 250€ wieder. In jedem Fall aber musst du bei einem Konsum das Geld, was du bezahlst (in diesem Fall also 450€) gedanklich abschreiben. Das Geld ist weg. Ein besseres Beispiel ist vielleicht, wenn du dir beim Imbiss um die Ecke eine Portion Pommes für 3,50€ bestellst. Du wirst die Pommes verzehren. Aber die 3,50€ sind weg. Du wirst sie nie wiedersehen. In dem Fall kannst du die Pommes auch nicht an jemand anderen zu einem günstigeren Preis weiterverkaufen. Die Pommes sind nämlich ebenfalls weg. Du hast sie verzehrt. Für andere Personen bieten sie jetzt keinen Mehrwert mehr. Sie haben nach dem Verzehr einen Wert von 0€. Aus 3,50€ wurden also 0€. Das Geld ist weg. Bzw. das Geld ist nicht mehr bei dir. Es ist natürlich nicht weg. Es ist bei dem Betreiber von dem Imbiss, der dir die Pommes verkauft hat. Mit „weg“ meine ich, dass du keine Möglichkeit mehr hast, dir auf legalem Wege dein Geld wiederzuholen. Freunde dich daher also mit dem Gedanken an, dass immer, wenn du einen Konsum tätigst, dein Geld weg ist.
Ich bin weit davon entfernt, dir zu sagen, wie viel Geld du für Konsum und wie viel Geld du für Investitionen ausgeben solltest. Ich möchte dich lediglich dafür sensibilisieren, dass du verstehst, dass du jeden Euro lediglich ein einziges Mal ausgeben kannst. Du kannst heute für 3,50€ Pommes essen. Dann ist das Geld weg. Oder du kannst dir davon einen 0,04%-igen Anteil von unserem ETF kaufen.
Wieso 0,04%?
Wie viel vom ETF kann ich kaufen?
Ich habe oben geschrieben, dass der ETF heute einen Preis von 86,57€ hat. Wenn du die Pommes nicht kaufst, dann hast du zwar 3,50€ mehr in der Tasche. Dafür bekommst du aber keinen ganzen Anteil vom ETF. Denn ein Anteil kostet 86,57€. Du hast lediglich 3,50€. Das reicht nicht für einen Anteil.
Das Gute ist nun, dass man bei einem ETF auch weniger als einen ganzen Anteil kaufen kann. Wenn du für 86,57€ einen Anteil erhältst, dann erhältst du für 3,50€ nur einen Bruchteil. Also teilen wir 3,50€ durch 86,57€. Und dies ergibt 0,04%. Du kannst nun also für 3,50€ ein ganz kleines Stück vom ETF kaufen anstatt Pommes zu essen. In dem Fall ist dein Geld investiert. Es ist nicht weg. Es ist aus dem Grund nicht weg, da du es mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Zukunft nicht nur zurückerhältst, sondern dass du auch mehr erhältst, als du investiert hast. Investiert hast du 3,50€. Wenn du das umsetzt, was ich in diesen Artikeln hier beschreibe, dann ist es wahrscheinlich, dass du einen Betrag in etwa von 11€ zurückerhältst.
Trotzdem zweifle ich noch daran, dass du bereits jetzt ganz genau verstanden hast, was ein ETF ist. Bis jetzt ist dieser ETF wahrscheinlich immer noch so ein „komisches Ding“. Wie soll sich in so einem „komischen Ding“ denn überhaupt Geld vermehren? Wie kann sich Geld denn überhaupt vermehren, ohne dass ich etwas dafür tue?
Darum wird der ETF langfristig mehr wert
Berechtigte Frage. Und das ist die zentrale Frage die wir gemeinsam beantworten müssen. Denn nur wenn du verstanden hast, warum sich in einem ETF auf lange Sicht das Geld vermehrt, dann kannst du auch ruhigen Gewissens dein Geld in ihn investieren. Auch ich habe mich lange Zeit damit auseinandergesetzt, warum sich in einem ETF Geld überhaupt vermehren kann.
Ein ETF ist also schon einmal kein dunkler geheimer Ort im Keller. Denn wenn du in diesen Raum deine Geldscheine und Münzen liegst, dann liegen sie in ein paar Jahren wahrscheinlich immer noch dort. Es ist nicht weniger geworden, aber eben auch nicht mehr. In diesem ETF muss es also irgendetwas geben, was dafür sorgt, dass dein Geld auf legale Weise (und nicht von Zauberhand) mehr wird. Klingt verrückt und spannend, und genau deswegen schreibe ich ja diesen Artikel.
Es klingt so verrückt, da die meisten von uns ja gewohnt sind, dass sich Geld nur vermehrt, wenn wir aktiv etwas dafür tun. Ich lasse mich als Arbeitnehmer irgendwo anstellen und erbringe meine Arbeitskraft. Dafür erhalte ich dann Geld. Das kann man relativ leicht nachvollziehen. Vor allem aus dem Grund, weil wir aktiv einen Beitrag geleistet haben. Wir haben unsere Arbeitsleistung erbracht. Dafür wollen wir nun einen Gegenwert. Diesen Gegenwert stellt das Geld dar. Wir haben uns unser Geld also aktiv erwirtschaftet.
Etwas schwieriger ist es daher, sich vorzustellen, dass man Geld auch ohne aktives Erwirtschaften verdienen kann. Warum sich so viele Menschen dem aktiven Erwirtschaften von Geld widmen, ist der, dass es risikolos ist. Dies bedeutet in dem Zusammenhang, dass ich in einem Land mit funktionierender Gesetzgebung und funktionierenden Arbeitgebern bzw. Unternehmen darauf vertrauen kann, dass ich mit Sicherheit meinen Gegenwert, also mein Geld erhalte, wenn ich dort meine Arbeitsleistung erbringe. Es ist schlicht und ergreifend sicher und daher so bequem und komfortabel. Ich mache etwas („ich gehe arbeiten“) und kriege dafür Geld. Das ist ein sehr sicherer Vorgang. Oder anders gesagt: Es ist nahezu risikolos.
Risikoreich wird es erst, wenn ich nicht mehr diese Sicherheit habe, dass ich mein Geld auch wirklich erhalte.
Ein weiterer Vorteil deines ETF-Investments liegt darin, dass uns kurzfristige Schwankungen an den Aktienmärkten nicht interessieren müssen. Vielmehr können wir diese nutzen um günstig nachzukaufen. Da wir langfristig von einem steigenden Aktienmarkt ausgehen macht es Sinn, bei einem Kurseinbruch wieder nachzukaufen.
Anders sieht sie Sache natürlich aus, wenn du kurz davor bist, planmäßig Geld aus deinem ETF-Vermögen abzuziehen.

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